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Sicherheit beim Onlinebanking

Sicherheit beim Onlinebanking, Online-Banking, © Robert Kneschke, girokontoantrag.de
Sicherheit beim Onlinebanking

Onlinebanking ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden, dennoch gibt es noch immer genügend Menschen, für die das Erledigen von Überweisungen oder das Abrufen des Kontostands im Internet komplettes Neuland ist.

 

Wichtig ist es daher, sich über die Sicherheit beim Onlinebanking zu informieren und auch über die Vor- bzw. Nachteile genauer Bescheid zu wissen.

 

 

Onlinebanking – Vor- und Nachteile

In der heutigen Zeit ist es für Banken sehr schwierig, auf dem Markt zu bestehen, insbesondere deshalb, weil der Finanzmarkt sehr starken Schwankungen unterliegt. Aus diesem Grund versuchen viele Kreditinstitute, Kosten einzusparen, wo es nur geht. Das beginnt beim Abbau von Personal und geht über die Schließung von Filialen bis hin zur kompletten Ausrichtung des Geschäfts im Internet. Die Vorteile für die Bank liegen dabei klar auf der Hand: Wer als Bankkunde zu Hause vom PC aus seine finanziellen Geschäfte verwaltet, genießt viel Komfort und Flexibilität. Und die Bank spart im Gegenzug teure Filialen bzw. laufende Kosten für Personal, Miete & Co. ein. Nicht umsonst gibt es immer mehr neue Direktbanken auf dem Markt, da der Gewinn für die Kreditinstitute so deutlich größer ist.
Doch wo genau liegen nun die Vorteile für die Bankkunden? Natürlich genießt man beim Onlinebanking zahlreiche Annehmlichkeiten, die es bei einer normalen Filialbank nicht gibt. So ist man örtlich komplett unabhängig und hat 24 Stunden am Tag vollen Zugriff auf sein Konto bzw. teilweise sogar auf den Service der Bank. Besonders praktisch wird die Nutzung des eigenen Kontos, weil heutzutage Tablets, Laptops und Smartphones einen Zugang von jedem Punkt der Erde aus ermöglichen. Ganz egal, ob Überweisungen, das Einrichten von Lastschrift-Daueraufträgen oder andere Services – alles wird im Internet schneller ausgeführt und funktioniert reibungslos. Gerade wenn man in ländlicheren Gebieten wohnt, ist das Onlinebanking somit eine echte Erleichterung, da man nicht für jedes einzelne Anliegen immer erneut zur Bank fahren muss, sondern alles von zu Hause aus erledigen kann – und das zu wirklich jeder Tages- und Nachtzeit. Von Vorteil ist für den Kunden außerdem sehr häufig, dass die Konditionen deutlich günstiger sind: Die Mindesteinlage bzw. die Anlagedauer und auch die Verzinsung sind beim Onlinebanking häufig deutlich attraktiver, da die Banken ihre Kostenersparnis direkt an den Kunden weitergeben können.

 

Die negativen Aspekte des Onlinebanking

Trotz aller Vorteile sollte man auch die negativen Aspekte, die das Onlinebanking mit sich bringt, nicht aus den Augen verlieren. Einerseits ist für das Abwickeln von Geldgeschäften im Netz natürlich ein Internetanschluss erforderlich, damit man den Service überhaupt nutzen kann. Und dieser sollte sich an einem privaten Ort, also am besten zu Hause, befinden. In öffentlichen Netzwerken, wie zum Beispiel in einem Internetcafé, ist das Risiko zu groß, dass Informationen in falsche Hände gelangen. Hier ist nie zu 100 % gewährleistet, ob die Daten wirklich sicher sind. Dennoch: Selbst der eigene Computer kann eine Gefahr sein – nämlich dann, wenn sich unbemerkt gefährliche Hacker in das System einloggen und die sensiblen Daten auslesen. Oft bemerkt man als Nutzer gar nicht, dass sogenannte Spy-Programme, welche einzig und allein zum Ausspähen der Informationen da sind, installiert worden sind.

Obgleich die persönlichen Daten durch PIN und TAN heutzutage sehr gut geschützt sind, geschieht es doch immer wieder, dass Sicherheitslücken beim Onlinebanking entstehen. Eine entsprechende Software zum Schutz der Daten ist aus diesem Grund eine der wichtigsten Voraussetzungen, um sein Konto online möglichst sicher führen zu können. Allerdings bieten nur die wenigsten Banken spezielle Software für Onlinebanking an – die meisten Vorgänge werden direkt im Browser ausgeführt.

 

Sicherheitsverfahren und Kanaltrennung beim Onlinebanking – und die Risiken

Weil es heutzutage am wichtigsten ist, dass Bankgeschäfte online möglichst sicher abgewickelt werden können, wurden inzwischen verschiedene Verfahren zugunsten der Sicherheit entwickelt. Am gängigsten ist bis heute das PIN/TAN-Verfahren. Hierbei wird der Nutzer zunächst auf der Webseite der Bank dazu aufgefordert, seine PIN einzugeben, um den Zugang zum eigenen Konto zu ermöglichen. Danach muss eine spezielle TAN, eine einmal verwendbare Ziffernfolge, bei jedem Vorgang eingegeben werden. Möchte man zum Beispiel eine Überweisung durchführen, wird eine neue TAN dafür benötigt. Hierfür erhält man von der Bank eine TAN-Liste, die zeitlich unbegrenzt gültig ist und die man nach Belieben jeweils einmal verwenden kann. Dieses Verfahren ist das Älteste und wird aus Sicherheitsgründen nicht mehr empfohlen.

Ein anderes Verfahren ist das iTAN-Verfahren – das indizierte TAN-Verfahren. Hier gibt es ebenfalls eine Nummernliste für den User, die er von der Bank zugestellt bekommt. Der Unterschied zum normalen PIN/TAN-Verfahren besteht darin, dass die Listen nummeriert sind und nach einer bestimmten Reihenfolge verwendet werden müssen. Weiterhin ist jede TAN nur für einen bestimmten Zeitraum gültig, was den Sicherheitsfaktor noch einmal erhöhen soll.

Das PIN/mobileTAN-Verfahren ist sehr beliebt: Hier wird ein zweiter Kanal genutzt, um die TAN mitzuteilen. Sobald man an die Bank einen Auftrag übermittelt hat, erhält man die mobileTAN als SMS auf sein Mobiltelefon. In dieser SMS sind zudem auch die Bankdaten des Empfängers enthalten. Diese müssen nun vom Nutzer geprüft werden, anschließend gibt er die TAN online ein – erst dann wird die Überweisung von der Bank durchgeführt.

Ein zusätzlicher Sicherheitsstandard, ist das HBCI-Verfahren. HBCI steht für Homebanking Computer Interface. Hier kommen keine TANs zum Einsatz, sondern stattdessen eine Software für den Computer. Weiterhin erhält der Nutzer eine Chipkarte sowie ein dazugehöriges Lesegerät. Auf dieser Chipkarte ist eine sogenannte digitale Signatur des Kontoinhabers hinterlegt, welche die Zahlung online sozusagen auf digitalem Weg unterschreibt. Der Überweisungsauftrag wird dann verschlüsselt an die Bank übermittelt, nachdem alle persönlichen Daten korrekt legitimiert worden sind.

 

Sicheres Onlinebanking – wichtige Tipps und Hinweise

Zwar wird das Onlinebanking immer sicherer, dennoch kann man auch selbst mit dem eigenen Verhalten dazu beitragen, das Risiko im Netz zu minimieren. So sollte beispielsweise immer zunächst geprüft werden, ob ein Virenscanner auf dem PC installiert ist, bevor man damit Onlinebanking ausführt. Ein regelmäßiges Update der Virensoftware ist dabei mindestens genauso wichtig. Zwar bietet der Virenscan keine Rundum-Sicherheit, allerdings kann er Phishing- und Spy-Bedrohungen deutlich reduzieren.

Weiterhin ist es wichtig, die Adresse für den Zugang zum Bankingportal immer manuell über die Tastatur einzugeben. Ein Lesezeichen oder ein Link zum Anklicken, wie er gerne in E-Mails verschickt wird, sollte hier absolut tabu sein. Leider kommt es immer noch allzu oft vor, dass nichtsahnende User zu Webseiten weitergeleitet werden, die optisch genau wie jene der Bank aufgebaut sind, aber stattdessen die privaten Daten auslesen.

Ganz wichtig ist, dass die Bankingseite verschlüsselt ist. Die korrekte Web-Adresse beginnt in diesem Fall stets mit einem https:// statt mit http://. Weiterhin muss ein kleines Vorhängeschloss am unteren Bildschirmrand angezeigt werden – somit wird ein sicheres Surfen im Browser gekennzeichnet. Genau genommen schickt die Bank dem Browser ein Sicherheitszertifikat, das sicherstellt, dass die eigenen Daten verschlüsselt bleiben. Man selbst muss sich nicht um diese Verschlüsselungen kümmern, sondern lediglich die korrekte Webseitenadresse mit https:// aufrufen.
Onlinebanking sollte, wenn möglich, nur vom eigenen PC zu Hause ausgeführt werden. Öffentliche Computer sind dagegen eine gefährliche Sache, da man nie genau weiß, welche Programme darauf installiert wurden und ob die Daten sicher sind.
Alles in allem ist Onlinebanking allerdings eine recht sichere Angelegenheit, die, korrekt angewandt, nur ein geringes Betrugsrisiko mit sich bringt und den heutigen Alltag für viele Menschen in jedem Fall erleichtert.